Such den Sack …

Bis zur Rente ....

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Tag 2 oder “ Ich kann auch gaaanz anders!“

Tag 2 oder “ Ich kann auch gaaanz anders!“

So ähnlich muss der alte Mann, der auch für das Wetter zuständig ist, heute Nacht gedacht haben, nachdem ich gestern ob des äußerst warmen Wetters doch etwas konsterniert war und einen leichten Anflug von Unmut hinnehmen musste. Und er kann auch anders. Aber davon “ weiter unten“ mehr.

Erstmal das wichtigste, die Nacht war ruhig und erholsam, aber, bereits gegen 7 Uhr mit Temperaturen, die eigentlich für diese Zeit deutlich zu hoch sind.

Ich habe frühstückstechnisch nicht viel vor und so setze ich meine Küchenzeile in Gang, um einen Kaffee zu zelebrieren.

Es werden dessen 3 im Laufe der Zeit, in der ich mein Zelt abbaue und, nach erfolgtem Abbau tatsächlich noch einmal dusche um nicht schweißgebadet in die Motorrad-Klamotten springen zu müssen.

Aber alles passt wieder dahin, wo ich es gestern hergeholt habe und schließlich ist es gegen 8 Uhr Zeit zum Aufbrechen.

Der Himmel, gegen 6 Uhr sonnig allen Orten, hat sich mittlerweile etwas zugezogen, was ich aber als durchaus angenehm empfinde.

Ich mache mich auf den Weg, halte nach ein paar Kilometern an einer Tankstelle, um mir etwas Essbares zu besorgen und erwische ein Frikadellen-Brötchen nach holländischer Art.

Ich erkenne schon beim zweiten Biss, warum die holländische Kochkunst weder im Guide Michelin noch in irgendeiner Fachzeitschrift erwähnt wird. Macht aber satt und erfüllt damit seinen Zweck.

Ich bin Richtung Knolle unterwegs, um ab da endlich, mehr oder weniger der Küste zu folgen.

Westlich von Knolle sehe ich endlich die Küste, zumindest die sich davor auftürmenden Dünen und mache kurz halt, für, na klar, eine Zigarette und ein paar Bilder.

Die Weiterfahrt verläuft über Blankenberge und De Haan nach Ostende. Und schon auf der Fahrt wird deutlich, in welcher Geschichte Deutschlands ich mich hier bewege.

Die Normandie ist noch etwas weiter, aber schon hier finde ich Hinweise auf den WW2.

Über Middelkerke und Nieuwpoort komme ich schließlich nach De Panne und bin fast in Frankreich.

Sprit nehme ich nicht auf, auch wenn er auf der hiesigen Seite knapp 20 Cent billiger ist. aber die Summe, die ich sparen könnte, würde nicht einmal den Softdrink bezahlen.

Frankreich erreicht. Ich nehme Dunkerquerke (Dünkirchen) ins Visier und komme eigentlich gut voran.

Hin und wieder verzweifelte ich ob der in manchen Städten abenteuerlichen Beschilderung bzw. Fahrbahnmarkierungen.

Calais ist nicht mehr weit und so Frage ich mich, ob es tatsächlich diese grottenhäßliche Großstadt ist, dir ich mir immer vorgestellt habe.

Aber, weit gefehlt. Klein und überschaubar, nur der Hafen im Hintergrund deutet auf die Bedeutung als Fährhafen hin. Und die wohl mittlerweile montierten Stacheldrahtaufsätze auf den, die Fährterminals engrenzenden Zäunen sprechen kurz und knapp aus, wie viele Träume hier täglich von Flüchtenden begraben werden. Ich bin allerdings erstaunt, denn es ist kaum etwas los in Calais. Alles nur von der Faktenmafia aufgebauscht?

Und hinter Calais stoße ich dann auch endlich näher und dauerhafter auf die Küste.

Und nun kommt der alte Mann ins Spiel, der sich auch ums Wetter kümmern muss.

Seit Calais sind die Temperaturen angenehm, der Himmel ist durchweg bedeckt und es gibt hin und wieder nette Kurven auf der Dünenstraße. Alles in allem kann es so bleiben.

Nun hat der liebe Gott schon eine Schüppe draufgelegt, es kommt aber noch eine hinzu.

In Étaples finde ich einen Supermarkt, Decke mich mit Getränken (auch Pastis) ein und gedenke, die Tour hier irgendwo für heute enden zu lassen.

Mittlerweile ist es nicht nur kälter, durchgehend bedeckter Himmel, nein, Gott’s zweite Schüppe bringt Regen. Als ob es der alte Mann mir Mal zeigen will.

Ich finde einen Zeltplatz in Stella Plage für die Nacht, preislich wie der gestern, dafür mit Strom (Adapter gibt’s kostenlos) aber, wie ich später feststelle, mit ausschließlich kalten Duschen und ohne ein einziges Blatt Toilettenpapier. Hammer! 

Ich baue mein Zelt bei gaaanz leichtem Regen auf, und hoffe, das die Wettervorhersage für morgen ( auf alle Fälle trocken) stimmt.

Aber, so wichtig ist das jetzt ( der Regen hat aufgehört) nach Dosenthunfisch und 3 Pastis auch nicht mehr.

Morgen dann mehr, deshalb stay tuned.

PS: Nebenan stehen zwei Finnen, also nicht nur Rum, sonder mit Zelt und Moped. Ja das nenne ich Mal eine Anfahrt.

PPS: Ach ja, und telefoniert habe ich gestern auch noch. Charmant, könnte ich mich dran gewöhnen.

 

Gesamtstrecke: 238.95 km
Maximale Höhe: 0 m
Minimale Höhe: 0 m
Gesamtanstieg: 0 m
Gesamtabstieg: 0 m
Download file: Südküste-20190624.gpx

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