Friends will be friends…….
Hier stand gestern noch ein anderer Text.
Nach reiflicher Überlegung habe ich den ad acta gelegt.
Zu lang und nicht nah genug am eigentlichen Thema.
Deshalb hier „Friends will be friends“ Ver. 2
„Oh, was geht ab?“ mag sich der ein oder andere jetzt Fragen.
„Kein fröhlich verbrämter Reisebericht?“ wie es sonst hier so üblich ist……..
Nein, diesmal ein Thema, das mir sprichwörtlich „auf den Nägeln brennt“.
Ich frage mich seid einiger Zeit einfach, analog zu dem Satz „Bin ich und wenn ja wie viele“, etwa „Habe ich Freunde und wenn ja, wie viele?“.
Und damit dürfte klar sein, Achtung Spoiler-alarm, nein, so richtig lustig wird das nicht.
Wo fang ich an?
Am besten mit dem, was mich eigentlich jetzt seit Jahren beschäftigt.
Mir war schon länger klar, das ich unter Depressionen leide. Aber Selbstdiagnose ist eben nirgendwo anerkannt.
Seit Beginn der Coronazeit habe ich aber die ärztliche Bestätigung und kann daher einordnen, woher meine Lebenseinstellung, mein Verhalten und meine Wahrnehmung unserer Gesellschaft kommen, oder vielmehr andersherum……..
Wer sich mit Depressionen nicht so auskennt, hier ein Video, in dem der von mir sehr verehrte Torsten Sträter die Grundlagen recht einfach erklärt. Ich enthalte mich daher eines Erklärungsversuches.
Und nun zu den Dingen und Ereignissen die über Jahre „genossen“ letztendlich zu diesen Zeilen geführt haben.
Ich beginne mal mit der Gesellschaft an sich und als solche.
- Hochgradig gespalten
- Schwarz/weiß statt Grautöne oder Gott bewahre Farben.
- 2 Meinungen, die eigene und die falsche
- Keine Wahrnehmung mehr außerhalb der eigenen Meinungsblase
- Lautstärke und Megaphon statt untermauernde Fakten
- Mitlaufen, weil es woke ist, statt den eigenen Denkapparat einzuschalten.
- Demonstrieren statt handeln
Ich resümiere in einem Satz:
Manche haben als Horizont einen Punkt und das nennen sie dann ihren Standpunkt.
Nun erkennt man den eigenen, mangelnden Radius des Horizonts umso weniger, je kleiner er ist.
Das bedeutet kein Diskurs, denn Gegenargumente (faktengestützt) sind oft nicht bekannt oder werden ausgeblendet nach dem Motto „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“.
Soviel erstmal zur derzeit hier gelebten Gesellschaft.
Und nun zu meinem eigenen Umfeld.
Das trifft schon recht hart, wenn man feststellen muss, das die Handvoll Freunde, die man immer um sich glaubte und auf die man vertraute und gesetzt hatte vielleicht doch eher in den Bereich Bekannte verschoben werden sollten.
Ich möchte an dem ein oder anderen Beispiel diese Aussage quasi mit „Erlebtem“ untermauern, denn ohne Anlass kommt man nicht auf die Idee.
- Wenn man sagt, das einem die Person, die einem gegenüber steht, wichtig ist, ich (die Person) dann wochenlang nichts mehr von diesem Menschen höre, außer einem kurzen Whatsapp-Gruß zum Geburtstag, frage ich mich, wie ich die Aussage einordnen soll? Enttäuschung lasse ich mal hier komplett außen vor.
- Wenn man über Monate immer wieder proaktiv Treffen vereinbart, nur um diese dann kurzfristig abzusagen und das hintereinander, frage ich mich, wie wichtig dieser Person meine Lebenszeit im Vergleich zu der eigenen ist.
Wer proaktiv ein Treffen mit mir terminiert, dem sollte bewusst sein, das er damit in meinen Terminkalender, egal wie voll, eingreift, diese Zeit quasi blockiert, nur um sie dann „fünf vor zwölf“ wieder freizugeben. Damit hat mir diese Person, ich zitiere Horst Lichter „Lebenszeit unwiederbringlich gestohlen“. Und in meinem/unserem Alter haben wir davon immer weniger und sie ist damit immer wertvoller. Das mag mal passieren, aber nicht 6 mal hintereinander. - Und damit gleich der nächste Punkt. Wenn man dann, bei einem neuen angesetzten Treffen darum bittet, den Termin so zu legen, das er nicht wieder (erfahrungsgemäß) gecancelt wird, von anderen die Aussage bekommt, man verbreite schlechte Stimmung, wäre es vielleicht sinnvoller mal zu fragen, warum ich diese Bitte geäußert habe, statt sich eine Meinung ohne Faktencheck zu erlauben.
- Aber, das ist ja dann noch nicht das Ende der Fahnenstange. Dieser Termin wird kurze Zeit später, man ahnt es, abgesagt.
Mein Hinweis darauf, das meine Bitte offensichtlich berechtigt war, wird mit einem Gruppenausschluss „bestraft“.
Ganz interessante Sache, allenthalben. - Wer seinen Besuch ankündigt, „irgendwann in der Woche in der man Urlaub hat“ und dann nicht auftaucht, hat etwas versprochen und nicht gehalten. Auch hier gilt die Aussage von Horst Lichter.
- Wer mich zu einem Treffen einlädt, ohne bereit zu sein, die Dinge die mich beschäftigen genauso zu diskutieren, wie die Frage wie den der letzte Urlaub war, der sucht vielleicht doch nur Zuhörer.
Wer auf Treffen an anderen Orten seinen letzten Urlaub mit der im Kontext der Gespräche unpassenden Aussage „Der letzte Urlaub war wieder schön“ in den Vordergrund bringt, der möchte anderen nicht zuhören, sondern sucht die Selbstrede. - Wer bei so einem Treffen keine Fragen stellt, ist an der Meinung anderer nicht interessiert.
- Weiteres Thema: Wer glaubt, ich wäre im Umgang mit den „Jüngsten“ eine Art privates „Toys ‚re us“ mit DHL-Service ohne auch nur die kleinste Rückmeldung der beschenkten Teppichratte hat ein falsches Bild von mir.
- Wer aus seiner „oberen Mittelschichtsblase“ politische Ziele verfolgt, die den unteren Schichten wehtun oder ihnen die Luft abschneidet, handelt deutlich asozial. Diese Gesellschaft fängt nicht bei Jahreseinkommen von >50.000€ an.
Das kann man natürlich schon mal vergessen, aber hin und wieder sollte man Aussagen dahingehend hinterfragen. - Wer von oben auf andere hinabsieht und dabei vergißt, wo er/sie herkommt hat ein echtes Kurzzeitgedächtnis. Da hilft manchmal ein Blick in die Vergangenheit.
Und jetzt mal das, was ich von guten, langjährigen Freunden in ihrer „reinsten“ Form erwarte……
- Freunde hören zu, ganz wichtig, auch wenn es unangenehm wird.
- Freunde können mit begründeter Kritik umgehen, Diskussion erwünscht.
- Freunde schenken mir ihre Aufmerksamkeit bei „kleineren“ Treffen über einen längeren Zeitraum ungestört, ohne Unterbrechung.
Feuer, Explosionen, Flugzeugabstürze in der der Nachbarschaft und Todesfälle sind davon natürlich ausgenommen.
Und hier für die Zukunft ein paar Regeln, die ich gerne aufstellen möchte, um meine kürzer werdende Lebenszeit nicht weiter mit Oberflächlichkeit zu vergeuden.
- Wenn Ihr nur über die schönen Dinge Eures Lebens reden wollt, ladet mich bitte nicht mehr ein.
- Wenn Ihr andere Meinungen nur mit Totschlagsargumenten wie „alles Quatsch“ wahlweise auch „Unsinn“, oder „Blödsinn“ Herr werden könnt, ladet mich bitte nicht mehr ein.
- Wenn Ihr mit mir ein Treffen vereinbart, dann nur, wenn Ihr es auch einhalten könnt. Wenn Euch die Gesundheit immer wieder einen Streich spielt, dann auch gerne kurzfristig, also einen Tag vorher. Soweit sollte der Gesundheitszustand überschaubar sein. Und was die Absage wegen Terminen angeht, schaut einfach vor Terminvereinbarung in Euren eigenen Terminkalender. Ich habe meinen im Kopf.
Und zum Schluss noch eine Information.
Ich bin seit dem 27.09.2026 Parteimitglied der AFD.
Damit reihe ich mich für die Mitte der Gesellschaft bei den „Nazis“ ein.
Wenn Ihr mich nun für einen Nazi haltet und Ihr absolut nicht damit leben könnt oder wollt, wenn Ihr der Meinung seid, „an meinem Tisch soll kein Nazi sitzen und mit Nazis möchte ich nichts zu tun haben“, dann teilt mir das bitte kurz mit. Ich werde den Kontakt dann abbrechen, dauerhaft.
Langer Text, für manche unangenehm.
Wer glaubt, sich hier in meiner Auflistung wiederzuerkennen und einen Austausch dazu für unnötig hält, für den gilt das gleiche.
Kurze Mitteilung, Kontakt wird dauerhaft abgebrochen. Wenn er nicht von Eurer Seite aus anderen Gründen schon abgebrochen wurde.
In diesem Sinne…………

