Friends will be friends…….
Kommt der Titel bekannt vor?
Hier die ganzen Lyrics…..
It’s not easy love, but you’ve got friends you can trust
Friends will be friends
When you’re in need of love they give you care and attention
Friends will be friends
When you’re through with life and all hope is lost
Hold out your hand ‚cause friends will be friends
Right ‚til the end
Hier nur der Refrain des Songs von Queen.
Nun mag die Frage aufkommen, was soll das und warum kommt er mit diesem Thema um die Ecke?
Es kann halt nicht immer der „Schönwetterbeitrag“ sein. Und ich denke es ist Zeit hier nicht nur die angenehmen Dinge Revue passieren zu lassen.
Vielleicht vorab ein paar Worte zu der Gesellschaft in diesem Land, wie ich sie derzeit wahrnehme.
Sie ist zutiefst, auf allen Ebenen gespalten.
Der Ton ist rau, die Fronten verhärtet und der Egoismus ist mittlerweile das „Schmiermittel“ dieses Zusammenlebens.
Vielleicht hat das ja etwas mit dem Alter zu tun und der Tatsache, das man bessere Zeiten kennengelernt hat um das festzustellen.
In den 80er/90er-Jahren gab noch eine Gesellschaft, wo man mit mehreren Leuten zum Ende einer Fete um den Küchentisch herum landete und bei der letzten Flasche Wein/der letzten Flasche Bier über Gott, die Welt, das Leben und das Leben in diesem Land diskutieren konnte.
Andere Meinungen, so sie den der eigenen „entgegenliefen“ wurden zumindest akzeptiert und niemand wurde als geistig minderwertig oder noch schlimmer als langschwänziges Nagetier gebrandmarkt.
Die Diskussionen waren offen, interessant, kontrovers aber niemals beleidigend. Das ging bis die Sonne aufging.
Und dann ging man auseinander, ohne Hass und Hetze und konnte den Anderen immer noch leiden.
Das klappte interessanterweise auch mit Menschen, die man an dem Abend erst kennengelernt hatte………
Den Vergleich zu heute lasse ich mal unausgeschrieben. Ich denke, jeder kennt das derzeitige Gegenteil, das gerne als „offene Gesellschaft angepriesen wird und offenbar eher ein Wolf im Schafspelz ist.
Aber nun zum Titel.
Ich gebe eigentlich bei der Frage „Haben Sie eigentlich Freunde?“ gerne zur Antwort „Ja, aber nur eine Handvoll?“.
Menschen, die mich über Jahre/Jahrzehnte begleitet haben. Dementsprechend kommen auch keine mehr dazu. Dazu fehlt mir dann doch die Lebenszeit.
Und um sicher zu gehen, hier meine Definition von „Freund/Freundin“ im Gegensatz zu „Bekannter/Bekannte“.
- Menschen, die ich nachts um 3 anrufen kann, weil die Welt gerade über mir zusammenbricht und ich jemanden gebrauchen könnte, der mit mir am Telefon so lange gräbt, bis das Tageslicht wieder erscheint.
- Menschen, die meine Meinungen zumindest akzeptieren und damit leben können, statt sie mit einem schnellen „so ein Quatsch“ abzutun.
- Menschen, die, wenn Sie mich zu einem bestimmten Zeitpunkt einladen, meine damit für sie gebuchte Zeit für genauso wichtig halten, wie ihre eigene……
- Menschen, die mich beim Treffen fragen, wie es mir geht und tatsächlich wissen wollen, wie es mir geht. Mittlerweile gibt es schon lange für mich 2 mögliche Antworten, die politisch korrekte und die Wahrheit.
- Menschen, die erahnen, das die wahrheitsgemäße Antwort auf die Frage nicht lustig ist und evtl. dann ihre Zeit auch mit dem sicher unangenehmen Thema meines Gemütszustandes bereit sind zu verbringen und das über Stunden.
- Und nicht zuletzt Menschen, die das was sie sagen auch leben.
Das, werte Leser bezeichne ich als lebenslange Freunde, deren Ankunft man mit Freude erwartet, mit denen man Zeit verbringt ohne auf die Uhr zu schauen. Weil das Leben einfach immer kürzer wird, aber das ist in dem Moment egal.
Natürlich gibt es da noch die andere Definition von „Freund/Freundin“………….eher für den alltäglichen Gebrauch…….
- Menschen, die einen schon eine Weile begleiten, aus welchen Gründen auch immer
- Menschen, mit denen man sich hin und wieder trifft, um die unwichtigen Dinge des Lebens zu diskutieren.
- Menschen, an deren Leben man teilnimmt ohne wirklich involviert zu sein.
- Menschen, die bei Treffen oder Festen die unangenehmen Ding gerne ausblenden um sich nur mit den angenehmen zu beschäftigen
- Menschen, die einem gerne vermitteln, man gehöre zur Familie, ohne das man zur Familie gehört
- Menschen die A sagen, aber B tun und man kann darüber hinwegsehen.
Und jetzt mag immer noch die Frage im Raum stehen, „Was mein der Gute eigentlich“.
Nun, was er meint ist, das er feststellen muss, das die, wie er meinte „lebenslangen“ Freunde vielleicht doch eher zur Gruppe der „Gebrauchs“-Freunde gehören, so schwer das auch einzusehen sein mag.
Gerade in den letzten Jahren stelle ich fest, das die Freunde (ich nenne sie mal 1. Klasse) vielleicht doch eher der 2. Klasse angehören.
Die Gespräche drehen sich nur noch um den letzten Urlaub, die Kinder oder Enkelkinder und wenn es mal in den Bereich Politik/Gesellschaft geht dann doch eher oberflächlich oder „k(r)ampfartig“.
Das eigene Wohlbefinden steht im Vordergrund ist aber eben auch nur oberflächlich, wie man meinen vorhergehenden Zeilen entnehmen mag.
Die Gespräche mögen sich in naher Zukunft auch noch um Krankheiten handeln, aber bis jetzt hält sich das wohltuend in Grenzen.
Leider ist das für mich dann doch zu wenig. Ich vermisse die Runden um 3 Uhr morgens um den Küchentisch, Gespräche, die erst beim Sonnenaufgang enden und die man mit dem wohltuenden Gefühl verlässt etwas mitnehmen zu können.
Es sind einfach oftmals nur noch Lippenbekenntnisse, mehr leider nicht. Da hat sich viel geändert in den letzten vielleicht 20 Jahren. Schade.
Und warum reflektiert er das jetzt alles?
Danke für die Frage.
Die Frage ist leicht beantwortet.
Einige aber nicht alle wissen es. Ich leide seit langem aber erst seit Anfang Corona diagnostizierten Depressionen.
Dagegen helfen Medikamente und Gespräche.
Und damit komme ich zu meinen Worten im Vorfeld.
Diese Gespräche müssen zwar von Fachkräften, auch gerne Psychotherapeuten genannt geführt werden, würden aber evtl. deutlich kürzer ausfallen können, wenn das soziale Umfeld nicht so wäre, wie es jetzt ist.
Wer ging schon vor 30 Jahren zum Psychotherapeuten, woll? Doch nur bekloppte, woll?
Und für die, die jetzt meinen, eine Aussage wie: „Wenn man helfen kann, melde Dich“ hat leider die grundlegenden Begleiterscheinungen nicht parat oder verstanden. Aber, das ist okay.
Ich übernehme hier mal in Video von dem, von mir sehr verehrten Torsten Sträter, der eine wirklich gute Erklärung dazu liefert.
Wer meint helfen zu können/wollen, der möge sich das bitte anschauen. Denn Hilfe ist nicht nur Hilfe anzubieten……
In diesem Sinne……

