Such den Sack …

Bis zur Rente ....

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Tag 5 oder schwarze Montur, garnicht gut.

Tag 5 oder schwarze Montur, garnicht gut.

Leider muss ich heute mit einer traurigen Nachricht beginnen.

Ricard hat mich gestern Abend verlassen.

Der so liebgewonnene Tourenfreund der letzten Tage hat gestern Abend wirklich sein letztes gegeben und ist dann an einer schweren Form von Inhaltslosigkeit verstorben.

Ich habe ihn würdig, aber pragmatisch in einem Papierkorb des Campingplatzes zur letzten Ruhe gebettet.

Ich bin zutiefst erschüttert, aber auch auf der Suche nach einem Nachfolger, wenn der richtige Laden um die Ecke kommt.

Aber nun, zurück zum heutigen Tag.

Die Nacht war nicht unterbrechungsfrei, was diesmal mitnichten an meiner älter werdenden Sextanerblase lag, sondern eher an der Tatsache, das Gott tatsächlich einen langen Atem hatte, den er eben nicht nur gestern Abend, sondern auch über Nacht dazu nutzte, dem Campingplatz einen überzeugenden Blow-job zu verpassen. Aber das Zelt hat standgehalten, wenn auch zwischendurch das Gefühl ein anderes war.

Und so krieche ich heute morgen gegen 7 Uhr aus meiner Plastikburg und werde sofort von munteren 13 Grad und eben Gottes Blow-job empfangen. Will sagen, es ist verdammt kühl.

Ich ziehe tatsächlich als erstes meine Mopedjacke an und gehe dann, hurtiger als sonst, meinem „Beginne- den-Tag“-Werk nach. Bei dem vorherrschenden Sturm ist es kaum möglich, das Zelt ohne Zuhilfenahme zweier zusätzlicher Hände einzupacken. Alles was nicht auf dem Boden festgetackert oder beschwert wird, landet innerhalb einer Fentosekunde auf einem anderen Platz.

Ich bezwinge aber die Unwegbarkeiten, packe alles hurtig in, tausche die Sommerhandschuhe gegen die „Übergangsmodelle“ (ja, so kalt ist es), schaffe es sogar noch mein Lagerfeuer in der äußersten Ecke meiner Parzelle anzuwerfen und genug Wasser für 2 Kaffee zu erhitzen, bevor ich dann, fast schon mit leichter Panik den Platz verlasse um den Rest der Tour von gestern zu Ende zu fahren.

Der Himmel spielt auch nicht mit. Diesig und wolkenverhangen zeigt er sich. Da ich aber weiter Richtung Süden fahre, hoffe ich, das gibt sich noch.

Ich fahre also in Le Rozel los und versuche mich an der Küste zu halten, was mir aber nur unzureichend gelingt. Und so braucht es, nach wenig kurvenreichen Strecken immerhin fast 2 Stunden, bis ich in Bricqueville-sur-Mer endlich einen Laden finde, in dem ich ein paar Kleinigkeiten zum Frühstücken einkaufen kann. Ein Netto, wer hätte das gedacht.

Allerdings nicht mit den, bei uns bekannten Läden zu vergleichen, wenn auch, wie auf dem Photo zu sehen, das gleiche Branding.

Noch heruntergekommener, als die Läden bei uns, innen die Ware auf Schwerlastregalen und alles in allem den Eindruck eines Aldis aus den 70ern hinterlassend.

Aber, ich bekomme etwas für die Kauleisten, kann mich stärken und weiterfahren.

Die Tour endet zunächst für mich kurz hinter Genêts, in einer Sackgasse. Hier hatte ich den nächsten Campingplatz geplant.

Es ist zwar erst 11:30 Uhr, aber die Temperaturen sind jenseits meiner Maßeinheit „Oh ne, nö?“. Ich dampfe aus allen Poren und suche instinktiv bei jedem Halt den noch so kleinsten Schatten.

Also hat die Weiterfahrt Richtung Süden doch etwas gebracht, wenn auch deutlich zuviel. 11:30 Uhr ist mir aber doch zu früh und so schaue ich mich nach einem etwas weiter entfernten Platz um, der in vielleicht 1-1,5 Stunden zu erreichen ist.

Ich finde ihn in der Nähe des Klosters Mont-Saint-Michel und mache mich auf den Weg. Knapp 1 Stunde wird es dauern und als ich vor dem Campingplatz ankomme, zeigt das Thermometer gerade 35 Grad. Ich fühle mich in meiner Kombi wie ein durchgebrannter Dampfgarer, husche in die Rezeption (man spricht Englisch, wie schön) und bekomme, ob der sturzbachartigen Schweißbahnen, die sich durch mein Gesicht winden, einen angenehmen schattigen Platz zu einem ebenso angenehm schattigen Preis.

Und so baue ich mein Zelt auf, erledige die Wäsche, denn dazu eignet sich der Grill von ganz oben besonders und sitze daher schon um ca 14:30Uhr entspannt im Schatten.

Ach ja, da man es hier mit Klamotten eigentlich kaum aushält und ich meine Umgebung mit martialisch weiß strahlenden Gehvorrichtungen erhelle, in einer Intensität, die eigentlich einem Flakscheinwerfer aus dem 2. Weltkrieg alle Ehre machen würde, habe ich mir vorsichtshalber, das erste Mal seit gefühlt 10 Jahren wieder eine Sonnenschutzcreme gekauft. LS 20, ich bräuchte eher 1400, aber bitte, jedes bisschen hilft.

Wenn die Sonne fast unten ist und aus der Phase des grenzdebilen Dahindösens wieder so was wie geistige Regsamkeit wird, werde ich mir Gedanken machen, wie weit die Reise noch gehen soll. Bis Brest sind es noch einmal ca 250km, was mir aber bei diesen Temperaturen eindeutig zu weit ist. Eventuell fahre ich noch ein Stück nach Süden, um mich dann in einer großen Schleife Richtung Mosel zu verdrücken. Mal schauen.

So, und jetzt wird weiter gedöst…….

Stay tuned, Ihr Lieben.

Gesamtstrecke: 157.58 km
Maximale Höhe: 0 m
Minimale Höhe: 0 m
Gesamtanstieg: 0 m
Gesamtabstieg: 0 m
Download file: Südküste-20190627.gpx

 

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