Such den Sack …

Bis zur Rente ....

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Tag 10 oder Heute gibt’s Champagne.

Tag 10 oder Heute gibt’s Champagne.

Ich traue mich ja kaum, es zu schreiben, aber ich habe tatsächlich nur 3 Stunden geschlafen und ich habe nicht die geringste Ahnung, woran es gelegen haben mag.

Ob es nun das feinst verwebte Achener Linnen war, auf das ich meinen Körper betten durfte, oder die Daunendecke mit einem Überzug aus der Seide der selten, mongolischen Tigerraupe, mit dem ich mich zudeckte, der Schlaf wollte sich nicht einstellen. Waren es die mich umgebenden Wände, deren Unnachgiebigkeit auch beim schwersten Sturm nicht nachlassen wollte, ich weiß es nicht zu sagen.

Vermutlich waren es aber einfach nur die zahllosen Folgen von Dr. House, französisch synchronisiert, die mir den Schlaf raubten.

Und so stehe ich heute morgen etwas schläfrig vor dem vollmundig angekündigten Frühstücksbüffet, das mir aber sofort und unmissverständlich klar macht, das ich in Frankreich bin.

Kaffee und heiße Milch, Baguette, Croissant und jede Menge Süßigkeiten, wie Marmelade und Nutella stehen zur Auswahl. Gut, Cornflakes wären auch da, aber wer will morgens um 7 Uhr allen anderen durch eine Nahrungsaufnahme wecken, die bei jedem Versuch des Kauens explosionsartige Geräusche von sich gibt. Und wenn die gezuckerten Maisbonbons in der hinzugefügten Milch aufgeweicht sind, ist es ja auch kein Spaß mehr.

Liebe Franzosen, Ihr Kenner feinster Küche, beim Frühstück steht Ihr aber sowas von hinten an.

Ein Amerikaner oder Kanadier würde sich das Büffet anschauen und verwirrt fragen, ob er den Snack vor oder nach dem eigentlichen Frühstück zu sich nehmen soll.

Aber gut, ich bin ja nicht wegen dem Frühstück nach Frankreich gereist.

Also hurtig eine Zuckerration eingeworfen, die bei der Blockade Berlins immerhin von zwei Fliegern hätte abgeworfen werden müssen, das Bike gepackt, die Klamotten an und ich mache mich schweren Herzens auf den Weg.

Schweren Herzens deshalb, weil ich in den nächtlichen, unruhigen Stunden in den Informationen über Orleans geblättert hatte, die hier im Foyer auslagen und feststellen konnte, das es hier einiges zu besichtigen gäbe. Das ist mir gestern, bei der Anfahrt in das Industriegebiet, in dem das Hotel liegt, garnicht so aufgefallen. Schade.

Ich habe gestern mein Ziel auf Troyes gesetzt, knapp 200 Kilometer weit und die Route als „kurvenreiche“ berechnen lassen. Sieht in der Übersicht garnicht so aus, ist sie aber, wie ich kurze Zeit später feststellen darf.

Um es mit wenigen Worten auszudrücken, die beste Strecke, die ich bisher gesehen habe.

Langgezogene Kurven, bis hinunter zur Spitzkehre auf größtenteils kleinen Straßen, Mal durch Weizenfelder, Mal durch Wald, über sanfte Hügel und das ganze ohne, nein fast ohne Gegenverkehr. Und irgendwann denke ich, hier kannst Du aber nicht mehr abbiegen. Sofort meldet sich mein TomTom mit, wie ich finde leicht hämischem Unterton: „In 300 Meter bitte links abbiegen“. Was?

Irgendwann, so nach einer Stunde swingt es, ja wirklich. Das Gepäck macht sich nicht bemerkbar, die kleine Japanerin schnurrt klaglos einen Kilometer nach dem anderen herunter und das Wetter legt noch eine Schüppe drauf, mit wolkenlosem Himmel aber immer einem leichten und kühlenden Wind. Dazwischen kleinste Dörfer, die geradezu nach einem Halt und einem Foto betteln. Wenn noch rechts oder links ein Streifen Küste auftauchen würde, das wäre top of the pops, der Liter Ahornsirup über den „Double stack of Pancakes“ oder der Zuckerguß auf der Torte. Aber so geht es auf alle Fälle auch.

Und in meinem Kopf spielt Duke Ellington „It don’t mean a thing, if it ain’t got that Swing. Duba duba duba……….

Irgendwann, genauer gegen 13 Uhr erreichen ich Troyes und fahre zum Burgerbauer meines Vertrauens. Wie in den letzten Tagen, wird es auch heute Mittag recht warm. Also ab in den Schatten, mit einem Burger, einer Cola und meinem TomTom.

Wie weit will ich noch, wo soll es hingehen.

Ich entscheide mich für Metz als grobe Richtung und gebe in meiner Campingapp einen Suchradius von 80 Kilometern ein.

Und, hast Du nicht gesehen, finde ich einen 4-Sterne-Platz 75 Kilometer entfernt in Éclaron-Braucourt-Saint-Livière (Mitgezählt? 4 Namen und 3 Bindestriche. Was raucht man, wenn man sich solche Namen ausdenkt?).

Ich mache mich auf den Weg, über nicht mehr ganz so schwindelerregende Straßen, greife 20 Kilometer vorher bei Aldi, jawohl, Aldi noch einen Snack für den Abend ab und bin gegen 15 Uhr in Écla…. ach schaut doch oben eben selbst nach.

Ich baue das Zelt auf, richte mich ein und statte dem kleinen See hinter dem Campingplatz einen Besuch ab. In der Karte wurde er mit Lac du Champagne geführt. Ich halte also erwartungsvoll den Kopf hinein und stelle fest,ich bin betrogen worden. Ist auch nur Wasser!

Übrigens, dem kleinen Bruder meines Ricard geht es auch nicht so besonders gut. Er hat an Gewicht verloren und sein Körper wirkt wachsähnlich, fast durchsichtig! Ich befürchte das schlimmste.

Morgen dann das neueste ärztliche Bulletin dazu.

Deshalb, stay tuned………

Gesamtstrecke: 291.17 km
Maximale Höhe: 0 m
Minimale Höhe: 0 m
Gesamtanstieg: 0 m
Gesamtabstieg: 0 m
Download file: Südküste-20190702.gpx

 

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